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Gestern, Sonntag fand die Erste Wohnmesse im Erste Campus statt. Dabei wurden auch wichtige Hinweise für die weitere Entwicklung des Wohnungsmarktes vermittelt. „Nach den tiefgreifenden Veränderungen, die insbesondere die rasante Zinsanhebung in den vergangenen 18 Monaten bewirkten, haben wir die Messe als Trendbarometer mit besonders großer Spannung erwartet“, so Karina Schunker, Geschäftsführerin der EHL Wohnen. „Wichtigstes Fazit: Die Nachfrage hat sich zwar verändert, der Wohnungsbedarf ist aber unverändert hoch und die Suche nach der passenden Wohnung wird in den nächsten beiden Jahren deutlich schwieriger werden.“Die „Schockstarre“, die die Kombination aus starkem Zinsanstieg und KIM-Verordnung 2022 auf dem Markt für Eigentumswohnungen ausgelöst hat, ist zu Ende. Die Beruhigung an der Zinsfront und die Suche nach einem sicheren Inflationsschutz hat zu einem deutlichen Anstieg der Nachfrage geführt. Private mit ausreichend liquiden Mitteln kaufen wieder verstärkt Eigentums- und Anlegerwohnungen, um zugleich von den gestiegenen Mietrenditen zu profitieren.Ungeachtet des wieder gestiegen Interesses an Eigentum bleibt die Nachfrage nach großen Mietwohnungen auf einem hohen Niveau. Hintergrund dieser Entwicklung ist die weiterhin schwierige Finanzierungssituation, die dennoch einen Teil der Wohnungssuchenden motiviert bzw. in vielen Fällen auch zwingt, zumindest noch für einige Zeit zu mieten, statt Eigentum zu erwerben. Auch das geringe Angebot an geförderten Wohnungen für Familien mit Kindern spielt hier eine wichtige Rolle. Das wegen höherer Finanzierungskosten und der Verunsicherung über die weitere wirtschaftliche Entwicklung gestiegene Preisbewusstsein, stärkt das Interesse an Wohnlagen im Wiener Speckgürtel. In den meisten Lagen im Umfeld der Bundeshauptstadt liegen Wohnungspreise und -mieten noch deutlich unter dem Wiener Niveau und das macht diese zu einer attraktiven Alternative. Besonders gefragt sind Standorte, von denen aus Wien mit öffentlichen Verkehrsmitteln sehr rasch erreicht werden können und pendeln ohne großen Zeitaufwand möglich ist. Immer weniger Projekte aus der bis 2021 währenden Bewilligungs-Boomphase des Wohnungsmarkts kamen noch im ersten Halbjahr 2023 auf den Markt, was sich jedoch bereits in einer spürbaren Verringerung der Angebotsvielfalt niederschlägt. Wohnungssuchende finden somit heute deutlich weniger Objekte, die ihren individuellen Ansprüchen gerecht werden, als vor einem oder zwei Jahren. Da die prognostizierten Fertigstellungszahlen für 2024 und 2025 stark rückläufig sind, wird sich dieser Nachfrageüberhang noch weiter verschärfen.