Merken
Immoflash

Es ist durchaus ein überraschendes Ergebnis, das IMMOunited in ihrer jüngsten Analyse zutage gefördert hat. Die Haltedauer von Wohnungen, die als Investment gekauft wurden, ist mit durchschnittlich etwas mehr als 1,6 Jahren erstaunlich kurz. Allerdings sind Wohnungen, die gekauft und weitergedreht werden, recht selten. Sie entsprechen gerade einmal rund 2,8 Prozent des Gesamtmarkts - und zwar zwischen 2011 und 2020. IMMOunited hat im Zuge dessen Wohnungstransaktionen in den österreichischen Landeshauptstädten im Zeitraum 2011-2020 untersucht. Dabei wurden knapp 6.060 Objekte identifiziert, die im Analysezeitraum initial gekauft und mindestens einmal eindeutig weiterverkauft wurden.

Im Österreichschnitt wurden die untersuchten Wohnungen etwas mehr als 1,6 Jahre behalten, bevor sie zum ersten Mal weiterverkauft wurden. Hier gibt es allerdings regionale Unterschiede. In Bregenz, Klagenfurt und Linz wurden Wohnungen durchschnittlich rund 2 Jahre gehalten. In Innsbruck waren es hingegen „nur“ knapp 1,4 Jahre Haltedauer. Salzburg, Wien und Graz bewegten sich ungefähr im landesweiten Schnitt. Verkauft ist in der Regel mit doch recht satter Wertsteigerung worden, geht aus der Analyse weiter hervor: Beim Wiederverkauf einer Wohnung stieg der Netto-Verkaufspreis über die Jahre im Schnitt um fast 38 Prozent an - das sind rund 23 Prozent pro Jahr. Die wiederverkauften Wohnungen kamen beim Initialkauf im landesweiten Schnitt auf knapp 154.000 Euro. Beim ersten Weiterverkauf waren es bereits 212.000 Euro. Überdurchschnittlich war die Wertsteigerung vor allem in Innsbruck und Wien. Hier legte der Preis jeweils rund 25 Prozent pro Jahr zu. Deutlich weniger Steigerung gab es hingegen in Linz (14 Prozent / Jahr) sowie Bregenz und Klagenfurt (jeweils rund 15 Prozent / Jahr).

Andreas Millonig, COO und Prokurist bei IMMOunited, sieht in den verhältnismäßig kurzen Haltedauern samt großer Preissprünge mehrere mögliche Ursachen: „Zum einen ist es denkbar, dass hier baufällige Objekte gekauft, renoviert und weiterverkauft wurden, zum anderen spielt die Lage der Objekte ebenfalls eine große Rolle. Möglicherweise hat das Aufstreben bestimmter Regionen, aber auch Mikrolagen, Wohnungseigentümer dazu veranlasst, ihre Immobilien früher als geplant wieder zu verkaufen.“