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Mehr bezahlbaren Wohnraum, vor allem in Deutschlands Städten zu schaffen, ist eines der zentralen Versprechen der neuen deutschen Bundesregierung. Das ambitionierte Ziel 400.000 Wohnungen pro Jahr zu schaffen, stellt die Bauindustrie vor eine Herausforderung. Wie sieht die Bilanz ein Jahr nach der Bekanntgabe des Wahlversprechens und knapp fünf Monate nach Antritt der neuen Bundesregierung ausschaut zeigt eine Analyse von ImmoScout24.

Von Januar bis Mai 2022 wurden bundesweit 6,6 Prozent mehr Neubauwohnungen online angeboten als im selben Zeitraum vor einem Jahr. Für die Suchenden ein gutes Zeichen. Auch die Zahl der Baugenehmigungen für Wohnungen stieg im Jahr 2021 für Gesamtdeutschland mit 380.736 gegenüber dem Vorjahr um 3,3 Prozent. Sie war damit weiter deutlich höher als die Zahl der Baufertigstellungen. Insgesamt gab es vergangenes Jahr fast 850 000 Wohnungen, die genehmigt, aber noch nicht fertiggestellt worden sind - der höchste Bauüberhang seit 25 Jahren.

Laut dem statistischen Bundesamt wurden in Deutschland vergangenes Jahr jedoch auch erstmalig seit 11 Jahren weniger Wohnungen fertiggestellt als im Vorjahr. Insgesamt sind nur rund 293 400 Wohnungen neu entstanden. Ein deutlicher Rückgang von 4,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, als rund 306 000 Neubauwohnungen hinzukamen. Grund dafür waren unter anderem die Auswirkungen der anhaltenden Lieferkettenprobleme infolge der Corona-Pandemie sowie die enormen Kostensteigerungen bei Bau- und Energieprodukten.

"Die versprochenen 400.000 Wohnungen pro Jahr sind der richtige Schritt, um den Druck aus dem Wohnungsmarkt zu nehmen. Die Bautätigkeit zeigt Wirkung und führte zu einem leicht gestiegenen Angebot an Neubauwohnungen. Dennoch wird das ambitionierte Wohnungsbauversprechen der neuen Bundesregierung auch dieses Jahr voraussichtlich weit verfehlt werden.", kommentiert Thomas Schroeter, Geschäftsführer von ImmoScout24. "Um die Neubau-Initiative nicht scheitern zu lassen, muss die Politik gute Rahmenbedingungen schaffen, z.B. durch eine Neuauflage der Neubau-Förderungen. Nur dann kann der Neubau trotz schwierigem Marktumfeld wirtschaftlich bleiben."