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Noch sind sich die Player am heimischen Immobilienmarkt nicht einig, ob die Zinssenkunng der EZB eine schnelle Trendwende einläuten wird. Internationale Experten sehen aber unabhängig von dem Zinsentscheid bereits ein Aufhellen der Stimmung in den euopäischen Immobilienmärkten.
„Wir werden eine schnellere und stärkere Erholung der internationalen Immobilieninvestmentmärkte sehen als in den vergangenen Zyklen“, zeigt sich David Hutchings, Head of EMEA Investment Strategy von Cushman & Wakefield, in seiner Opening Keynote auf dem 5. Real Estate Investment Day im Sofitel Frankfurt Opera überzeugt. Er stellt bereits eine Stabilisierung der Preise und Spitzenrenditen fest und erwartet eine Belebung der Transaktionsaktivitäten. Besonders die Sektoren Healthcare und Logistik würden sich in einer guten Ausgangsposition befinden, wenn die Investments wieder an Fahrt aufnehmen, so der Investment-Experte vor den Teilnehmer:innen der Konferenz, die von Targa Communications, einer Kommunikationsberatung für Immobilien-, Investment- und Finanzunternehmen, ausgerichtet wird. Bei den Standorten sieht er vor allem ökonomisch prosperierende Städte mit einer positiven demographischen Entwicklung wie Dublin, Kopenhagen und Stockholm im Fokus der Investor:innen.
“Europäische Immobilienmärkte: Anbruch einer neuen Ära oder Ende des alten Zyklus" lautete der Titel des darauffolgenden Eröffnungs-Panels. Konsens herrschte darüber, dass ein Paradigmenwechsel in der Immobilienwirtschaft stattgefunden hat. Die Komplexität der veränderten Marktsituation erfordert einen ganzheitlichen Ansatz, so Tina Reuter, Head of Germany von Cushman & Wakefield, und verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass sie auf eine breite Palette von Services für ihre Kund:innen setzt, die weit über Brokerage hinausgehen und Bereiche wie Arbeitsplatzgestaltung, Digitalisierung und die Entwicklung und Umsetzung von Nachhaltigkeitsstrategien beinhaltet. Für hochwertige Büroimmobilien in London prognostiziert Rodney Bysh, Managing Partner von Feldberg Capital, eine positive Entwicklung, verweist aber zugleich auf die Gefahr von Stranded Assets für Objekte, die Nachhaltigkeitsanforderungen und ESG-Kriterien nicht erfüllen.
Für Jochen Schaefer-Suren, Founder & Co-Chairman Iremis, sind die europäischen Immobilienmärkte sehr differenziert zu betrachten, sowohl geographisch als auch bezüglich auf die Investmentchancen in den einzelnen Asset-Klassen. Was alle Märkte verbindet sind die Herausforderungen des Klimawandels und seine Auswirkungen, aber auch geopolitische Ereignisse wie der Krieg in der Ukraine und Gaza. Sehr offene Worte zu den europäischen ESG-Regularien fand Esteban de Lope Fend, Managing Director & Real Estate Fund Management bei Deka Immobilien Investment, als er zugab, dass es mitunter frustrierend sein kann, wenn nicht-europäische Investor:innen aus Investmentprozessen aussteigen, weil ihnen die Nachhaltigkeitsvorgaben zu weit gehen.
Gleichzeitig forderten die Panelisten dazu auf, optimistischer zu sein und verstärkt auf die Chancen des deutschen Immobilieninvestmentmarktes zu rekurrieren. Stets zuerst auf die Risiken zu verweisen, sei nicht der richtige Ansatz, so der finale Konsens.