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Beim Thema ESG gilt es, noch viele Hürden in den Bereichen Datenverfügbarkeit, Personal, Standards und Prozesse zu überwinden. Das ist das zentrale Ergebnis der neuen Studie "Wie geht ESG im Asset Management?", die die Professional Group Asset Management (PGAM) der RICS Deutschland jetzt vorgestellt hat. Befragt wurden 50 Teilnehmer aus den Bereichen Investment, Asset- und Property Management sowie Dienstleistung, Projektentwicklung und Beratung im ersten Quartal 2022.

52 Prozent der Befragten beklagten die mangelhafte Verfügbarkeit von Verbrauchsdaten der Mieter, gefolgt von der Verfügbarkeit und fehlenden einheitlichen Standards für Gebäudedaten (12 Prozent). Die Verfügbarkeit von Vergleichsdaten und deren Definition stellt die Branche ebenfalls vor große Herausforderungen.

Bei der Umsetzung definierter ESG-Strategien schätzen 46 Prozent der Studienteilnehmer den Implementierungsstand als "fortgeschritten" ein. 40 Prozent der Befragten geben an, mit der Umsetzung begonnen zu haben. Wenig überrascht, dass dem ´Environment´ dabei die größte Bedeutung beigemessen wird. Die strategischen Prioritäten liegen in den Themengebieten CO2-Reduzierung, Energieeffizienz und Abfallvermeidung. Themen wie Biodiversität oder Wasser haben derzeit noch eine geringere Priorität. Aber auch ´Social´ ist im Fokus der Befragten. Zwei Drittel der Teilnehmer schätzen die Bedeutung dieses ESG-Punktes als hoch oder sehr hoch ein. Auf die Frage, welche strategischen Prioritäten in diesem Bereich gesetzt werden, werden vermehrt die Zufriedenheit von Mietern und Mitarbeitern sowie die Kommunikation und das Engagement mit Stakeholdern genannt.

ESG-Projekte, die als besonders wichtig erachtet werden sind finden in den Bereichen Datenerfassung, ESG-Berichterstattung und Berücksichtigung von ESG-Aspekten in Kernprozessen statt. Der letzte Punkt umfasst u.a. die Erstellung von ESG-Roadmaps, die Berücksichtigung von ESG-Kriterien in Investitions- und Ankaufsprozessen sowie die Umsetzung von Projekten zur Energieeffizienzsteigerung. ESG wird sich nach Ansicht der Studienteilnehmer auf nahezu alle Asset Management-Prozesse auswirken. Wesentliche Prozessänderungen sehen sie u.a. im Bereich Datenmanagement und Reporting, vermehrt aber auch im Schnittstellenmanagement zwischen den einzelnen Funktionen wie z.B. dem Property- oder Investment Management.

Besonders schwierig ist für alle Befragten geeignete und erfahrener Partner, passenden Lösungen und die Verfügbarkeit von Ressourcen für ihre ESG-Vorhaben zu finden. Die ESG-Vorgaben stellt alle vor Herausforderungen. Es besteht eine große Unsicherheit bei sich verändernden Vorgaben in den Bereichen Gebäudeeffizienz und Nachhaltigkeit, der Konkretisierung der EU-Taxonomie, der Reporting Vorgaben, der Social-Taxonomie sowie im Bereich Governance. Im Bereich der Social-Taxonomie erwarten die Umfrageteilnehmer eine Ausweitung gesetzlicher Regelungen. Bestandshalter bemängeln die erkennbare Benachteiligung älterer Gebäude in der ESG-Bewertung. Der ökologische und ökonomische Aufwand für Abriss, Entsorgung und Neubau werde nicht ausreichend berücksichtigt.

Das Fazit, das die Autoren der Studie ziehen: "Unsere Studie zeigt, dass sich ESG durch den kompletten Lebenszyklus der Immobilie zieht. Während viele Marktteilnehmer CO2-Reduzierungs- und Energieeffizienzsteigerungs-maßnahmen implementieren, gewinnt das Thema Social-Taxonomie weiter an Bedeutung. Die Forderung nach einheitlichen Datenstandards, klaren regulatorischen Vorgaben und Erleichterungen in der Umsetzung von ESG-Maßnahmen bleiben bestehen. Die positive Nachricht: Nahezu alle Studienteilnehmer haben sich in Sachen ESG-Strategie auf den Weg gemacht."