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ESGflash

Auf dem Weg zur Klimaneutralität bis 2050 will die Europäische Kommission die Treibhausgas-Emissionen weiter senken. Sie empfiehlt, dass sich die EU das Ziel setzt, die Emissionen bis 2040 um 90 Prozent gegenüber dem Stand von 1990 zu reduzieren. Ein Legislativvorschlag wird nach der Europawahl von der nächsten Kommission folgen. In der heutigen Mitteilung werden auch Voraussetzungen genannt, die erforderlich sind, um das 90 %-Ziel zu erreichen. Dazu gehören die vollständige Umsetzung des vereinbarten Rahmens für 2030, die Gewährleistung der Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie, eine stärkere Konzentration auf einen gerechten Übergang, gleiche Wettbewerbsbedingungen mit internationalen Partner:innen und ein strategischer Dialog über den Rahmen für die Zeit nach 2030.

Immobilienwirtschaft warnt vor überambitionierten Plänen

Die ZIA, der Zentrale Immobilien Ausschuss, unterstützt zwar grundsätzlich das Signal der Europäischen Kommission, hält das von der Kommission für 2040 vorgeschlagene Ziel von 90 Prozent CO2-Minderung für äußerst ambitioniert und aller Voraussicht nach selbst bei bestem Willen nicht vollständig erreichbar. „Der Zentrale Immobilien Ausschuss unterstützt nachdrücklich die Ziele des Pariser Klimaabkommens und damit auch den Weg Europas zur Dekarbonisierung“¸ sagt ZIA-Geschäftsführer Joachim Lohse zu den Plänen der Kommission. „Die Immobilienwirtschaft sieht ihre Verantwortung in diesem wichtigen Prozess und will sie auch entschieden wahrnehmen. Überambitionierte Ziele aber, die in der Praxis nicht erreichbar sind, helfen hierbei nicht und führen allenfalls zur Frustration.“

Ökonomischen und technischen Freiraum ermöglichen

Zudem drängt der ZIA auf eine praxistaugliche Ausgestaltung des Prozesses, „bei dem die Immobilienwirtschaft technisch wie ökonomisch den nötigen Freiraum bekommt, die konkreten Schritte auf dem Weg zum Erreichen der Ziele entscheidend mitzugestalten“, sagt Lohse. Der Gebäudesektor spiele mit einem Anteil über 42 Prozent am Endenergieverbrauch und etwa 35 Prozent der energiebezogenen CO2-Emissionen eine zentrale Rolle bei der Dekarbonisierung der europäischen Wirtschaft. Der Verband mahnt zusätzlich zur Festsetzung der 2040er Ziele alle politischen Initiativen zum Erreichen der 2030er Ziele kritisch zu überprüfen. Hier sieht er Nachbesserungsbedarf: „Zwischenziele für den Klimaschutz sind grundsätzlich richtig, damit Erfolge auf dem Weg zur Klimaneutralität in 2050 überprüfbar werden. Allerdings bestehen zwischen dem Green Deal und einzelnen Regulierungen wie zum Beispiel der Taxonomie teils gravierende Widersprüche“, so Lohse. „Die sollten zunächst aufgelöst werden, bevor man neue Ziele beschließt, die weitere Regulierungen nach sich ziehen.”