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Mietdeckel bremst Neubau

Regulierung stoppt Wohnrauminvestitionen

Österreichs Immobilienmarkt steht vor einer paradoxen Zerreißprobe. Während die seit April 2026 geltende Mietpreisbremse – die erstmals auch den privaten Sektor umfasst – Haushalte kurzfristig entlasten soll, warnen Experten vor einem fatalen Strukturbruch. Laut einer Analyse von Advicum Consulting droht der regulatorische Eingriff das Wohnraumangebot langfristig zu zerstören. Das Kapital zieht sich aus dem Neubau zurück, was den Mangel in Ballungsräumen verschärft und künftige Preise paradoxerweise weiter antreiben könnte.

„Wir erleben gerade eine massive Verschiebung der Vorzeichen“, erklärt Matthias Ortner, Equity Partner bei Advicum. Der Mechanismus hinter der Kritik ist rein marktökonomisch: Werden Erträge gesetzlich gedeckelt, schwinden die Investitionsanreize. Projekte, die unter normalen Bedingungen rentabel wären, landen in der Schublade. „Ohne Geldgeber wird kein neuer Wohnraum geschaffen. Im schlimmsten Fall führt das dazu, dass Mieten langfristig weiter steigen oder schlichtweg kein neuer Wohnraum mehr zur Verfügung steht“, so Ortner.

Die aktuelle Baisse ist das Ergebnis einer toxischen Mischung. Nach Jahren des Baubooms trafen explodierende Baukosten und hohe Zinsen auf die Branche. Da die Überhänge aus der Vergangenheit nun aufgebraucht sind, steuert die Neubauquote 2026 auf einen historischen Tiefstand zu. Hinzu kommt die geopolitische Lage: Konflikte stören Lieferketten und treiben Energiepreise sowie Inflationsängste. Dies nährt die Sorge vor weiteren Zinsschüben der EZB – dem kritischsten Hebel für Finanzierungskosten.

Ortner sieht die Politik in der Pflicht, gegenzusteuern statt nur zu deckeln. Er fordert staatliche Impulse wie den Abbau von Transaktionsnebenkosten und die Beschleunigung von Genehmigungsverfahren. „Bürokratische Hürden müssen abgebaut werden, um schneller neuen Wohnraum realisieren zu können“, betont der Experte. Ohne eine massive Ausweitung des Angebots und staatliche Anreize für Investoren dürfte der gut gemeinte Mieterschutz zur langfristigen Belastungsprobe für den gesamten Standort werden.
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© Cachalot Media House GmbH - Veröffentlicht am 29. April 2026 - zuletzt bearbeitet am 06. Mai 2026


LF
AutorLaura Fürst
Tags
matthias ortner
Advicum Consulting
Immobilienmarkt
Mietpreisbremse
Wohnraum
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